08.06.2011
Österreichischer Schuhhandel

Gute Bilanz für 2010

Die Durststrecke im österreichischen Schuhhandel ist vorbei. Nach rund zweijähriger Stagnation konnte der österreichische Schuheinzelhandel mit einem nominellen Plus von 4,8 % für 2010 wieder kräftig zulegen.

Neben den günstigen Witterungsbedingungen vor allem im zweiten Halbjahr 2010 haben auch die überdurchschnittlich hohen Preissteigerungen im Bereich Schuhe (3 %) zu diesem nominellen Umsatzplus beigetragen. „Auch für 2011 gehen wir von einem nominellen Wachstum von rund drei Prozent für den Gesamtmarkt aus“, so DI Michael Oberweger, Leiter Consulting bei RegioPlan. Lag der Schwerpunkt vieler Filialisten in den vergangenen Jahren auf Expansion, so ist seit 2010 der entgegengesetzte Trend zu beobachten: Die bestehenden Standortnetze und unterschiedlichen Vertriebslinien werden restrukturiert und nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip optimiert. So trennte sich Stiefelkönig von den Marken Delka und Geox. Leder & Schuh, Reno, Vögele shoes oder Salamander reduzierten leicht ihre Standortanzahl. Diese Optimierungen sowie die stärkeren Preiserhöhungen führten auch zu einer besseren Quadratmeterleistung, die um mehr als 6 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden konnte

Top 3 unverändert

Mit einem deutlichen Abstand gegenüber den restlichen Marktteilnehmern bleiben Leder & Schuh, Deichmann und Stiefelkönig die Top 3 Unternehmen nach Umsatz im österreichischen Schuheinzelhandel. Während Leder & Schuh und Stiefelkönig ihre Outletanzahl reduzierten, expandierte Deichmann kräftig weiter. Mit Spannung wird nun der Verkauf der Marke Stiefelkönig verfolgt, der bis Ende 2011 erfolgen soll. Nach Marktanteilen betrachtet kommt der filialisierte Einzelhandel auf 57 %, der kooperierte Handel auf 21 % und der sonstige unternehmergeführte Einzelhandel auf 22 %.

Nach zweijähriger Stagnation wächst der Schuhhandel in Österreich wieder

Bild: Weka  

Nachdem 2008 und 2009 die Gesamtumsätze stagnierten, konnten diese im vergangenen Jahr nominell um 4,8 % gesteigert werden. Diese Leistung ist nicht nur auf den filialisierten und kooperierten Einzelhandel (5,5 %), sondern auch auf den unternehmergeführten Sektor zurückzuführen (2,5 %). Bedingt wurden diese kräftigen Steigerungen durch die Wetterlage im zweiten Halbjahr sowie durch die deutlichen Preiserhöhungen von 3 % im Schuhbereich. Berücksichtigt man diese Inflation, so fiel das Ergebnis des unternehmergeführten Einzelhandels mit einem Rückgang von 0,5 % etwas schlechter aus. Auch für 2011 rechnet RegioPlan Consulting mit einem nominellen Wachstum von 3 % für die gesamte Branche.

Deutlich höhere Quadratmeterumsätze

Mit einem Wachstum von 6,6 %ist die Quadratmeterleistung im österreichischen Schuheinzelhandel deutlich verbessert worden. Dies ist einerseits auf Flächenreduktion und Optimierungen, andererseits auf die bereits erwähnten überdurchschnittlichen Preiserhöhungen im Schuhhandelsbereich zurückzuführen. Mehr Schuhe sind laut den aktuellsten Erhebungen für 2010 nicht verkauft worden. Abgesehen von Deichmann, der sein Standortnetz in Österreich nach wie vor vergrößert, haben Unternehmen wie die Leder & Schuh AG, Reno, Vögele und Salamander im Jahr 2010 Standorte abgebaut. Durch den Verkauf der Geox-Standorte an die Geox S.p.A. und der Delka-Standorte an Salamander hat auch Stiefelkönig mit Anfang des Jahres 2011 sein Vertriebsnetz deutlich reduziert,

wobei diese Standorte dem Markt erhalten bleiben sollen. „Der österreichische Schuhhandel hat krisenbedingt und nach extrem expansiven Jahren einen Optimierungsprozess eingeleitet“, kommentiert DI Oberweger. „Dass die meisten der filialisierten und organisierten Marktteilnehmer auch flächenbereinigt steigen und ihre Quadratmeterumsätze deutlich erhöhen konnten, deutet auf eine gesunde Entwicklung des Marktes hin.“

Die Studie BranchenReport Schuhhandel – Ausgabe 2011 ist aktuell zum Preis von je € 590,- (zzgl. 20% MwSt.) bei RegioPlan erhältlich. Die Studie bietet einen Überblick über die Entwicklungen der Branche und die wichtigsten Marktteilnehmer.

www.regioplan.eu

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